Auf einem Schreibtisch liegen Bücher, ein Stundenplan und eine To-Do-Liste

Klausurvorbereitung anfangen:
Was du in den ersten 20 Minuten wirklich tun solltest

Die nächste Klausur ist noch nicht morgen, aber weit weg ist sie auch nicht mehr. Vielleicht stehen sogar mehrere Klausuren gleichzeitig an. In Mathe liegt die Themenliste im Schulportal, für Biologie gibt es noch Arbeitsblätter im Ordner und in Englisch hast du dir irgendwo notiert, welche Texte du wiederholen solltest. Auf deiner To-do-Liste steht deshalb schon seit ein paar Tagen:

„Mathe lernen.“

Nur: Was genau heißt das eigentlich? Solltest du zuerst deine Mitschriften sortieren? Eine Zusammenfassung schreiben? Aufgaben rechnen? Noch einmal ein Erklärvideo anschauen? Oder doch lieber mit Bio anfangen, weil diese Klausur früher geschrieben wird?

Genau an diesem Punkt bleiben viele Schüler:innen hängen. Nicht, weil sie gar nicht lernen wollen und auch nicht unbedingt, weil ihnen die richtigen Lernmethoden fehlen. Das eigentliche Problem ist oft viel unspektakulärer: Der erste Schritt ist zu unklar.

In diesem Artikel zeige ich dir, was du in den ersten 20 Minuten deiner Klausurvorbereitung klären solltest, damit aus „Ich müsste langsam anfangen“ ein konkreter nächster Schritt wird.

Wenn du deine Klausurvorbereitung in der Oberstufe planst, klingt „Mathe lernen“ zunächst sinnvoll. Schließlich weißt du damit immerhin, für welches Fach du etwas tun möchtest. Als konkreter Lernauftrag ist dieser Satz aber noch zu ungenau. Denn „Mathe lernen“ beantwortet nicht die entscheidende Frage: Was genau sollst du jetzt tun?

Sollst du ein Thema wiederholen? Eine Formel auswendig können? Aufgaben rechnen? Fehler aus der letzten Stunde überprüfen? Oder erst einmal herausfinden, welche Themen überhaupt klausurrelevant sind?

Je offener eine Aufgabe formuliert ist, desto schwerer kann es sein, mit der Klausurvorbereitung anzufangen. Du musst dann erst beim Hinsetzen entscheiden, was eigentlich gemeint ist. Genau das kostet zusätzliche Energie.

Vergleiche einmal: „Mathe lernen“ mit: „Ich schreibe die Produktregel ohne Unterlagen auf und löse anschließend eine passende Aufgabe.“

Die zweite Formulierung ist deutlich konkreter. Du weißt, womit du beginnst, was du dafür brauchst und woran du erkennst, dass du die Aufgabe erledigt hast.

Ein guter Lernauftrag beschreibt deshalb keine allgemeine Absicht, sondern eine konkrete Handlung. Gerade wenn mehrere Klausuren gleichzeitig anstehen, kann diese kleine Veränderung viel ausmachen. Statt vor einem großen Paket wie „Mathe lernen“ zu sitzen, arbeitest du an einem überschaubaren nächsten Schritt.

Bevor du diesen konkreten Lernauftrag formulieren kannst, musst du allerdings erst wissen, welche Klausur und welches Thema jetzt überhaupt dran sind. Genau dabei helfen dir die folgenden drei Fragen.

Wenn du mit deiner Klausurvorbereitung in der Oberstufe anfangen willst, musst du noch nicht sofort einen kompletten Lernplan erstellen. Für den ersten Schritt reichen drei Fragen, mit denen du aus dem Gefühl „Ich müsste langsam anfangen“ eine konkrete Richtung machst.

Bevor du planst, sammle zuerst die wichtigsten Informationen:

  • Welche Klausur schreibst du wann?
  • In welchem Fach?
  • Welche Themen sind bereits bekannt?

Es geht an dieser Stelle noch nicht darum, jede Lernstunde bis zur Klausur festzulegen. Du brauchst zunächst nur einen Überblick darüber, was in den nächsten Tagen oder Wochen tatsächlich ansteht.

Ein einfaches Beispiel:
Mathematik – 12. Oktober – Produktregel und Ableitungen
Biologie – 16. Oktober – Mitose und Meiose

Allein diese Übersicht kann schon helfen, deine Klausurvorbereitung zu strukturieren, weil du nicht mehr nur mehrere offene Aufgaben im Kopf hast.

Wenn mehrere Klausuren gleichzeitig anstehen, ist die Versuchung groß, an alles ein bisschen zu denken. Das führt aber schnell dazu, dass du zwischen Fächern und Themen hin- und herspringst. Wähle deshalb für deinen ersten Klausurstart ein Fach und ein konkretes Thema aus.

Zum Beispiel:
Nicht: „Ich muss Mathe und Bio machen.“
Sondern: „Ich starte heute in Mathe mit der Produktregel.“

Du entscheidest damit noch nicht, was du in den nächsten zwei Wochen alles lernen wirst. Du legst nur fest, wo du heute beginnst.

Jetzt wird aus dem gewählten Thema eine kleine, überprüfbare Aufgabe.

Statt: „Produktregel lernen“ könnte dein nächster Schritt heißen: „Ich schreibe die Produktregel ohne Unterlagen auf und löse anschließend eine passende Aufgabe.“ Oder in Biologie: „Ich erkläre den Ablauf der Mitose aus dem Kopf und vergleiche danach mit meinen Unterlagen.“

Der Unterschied liegt darin: Du hast jetzt keine allgemeine Lernabsicht mehr, sondern eine konkrete Handlung. Damit wird die Klausurvorbereitung planbarer und leichter zu beginnen. Und genau darum geht es beim ersten Start: nicht alles auf einmal zu lösen, sondern den nächsten Schritt so klar zu machen, dass du wirklich anfangen kannst.

Wenn du mit deiner Klausurvorbereitung in der Oberstufe anfängst, kann schnell der Eindruck entstehen, du müsstest sofort alles durchplanen.

  • Einen Vier-Wochen-Plan erstellen
  • Jede freie Stunde verplanen
  • Die beste Lerntechnik für jedes Fach finden
  • Alle Unterlagen sortieren
  • Und am besten schon genau wissen, was du bis zur Klausur an welchem Tag lernst

Du brauchst für den ersten Klausurstart weder einen perfekten Vier-Wochen-Plan noch einen komplett durchgetakteten Wochenplan. Auch die beste Lerntechnik hilft wenig, solange noch unklar ist, was du heute konkret tun möchtest. Dasselbe gilt für das Sortieren deiner Materialien. Ordnung kann hilfreich sein, sie sollte aber nicht zum Ersatz fürs Anfangen werden. 

Der erste Schritt ist nicht, alles zu planen. Der erste Schritt ist, handlungsfähig zu werden. Wenn du weißt, welche Klausur als Nächstes dran ist, welches Thema du auswählst und was du heute konkret tun willst, hast du für den Anfang schon viel geklärt. Der detaillierte Lernplan kann danach kommen.

Mit diesen drei Fragen kannst du deinen Start in die Klausurvorbereitung klären: Du weißt, welche Klausuren anstehen, welches Thema zuerst dran ist und was du heute konkret tun kannst. Für den Anfang reicht das oft schon.

Komplizierter wird es, wenn mehrere Klausuren gleichzeitig näher rücken, du deinen aktuellen Lernstand realistisch einschätzen möchtest oder du an langen Schultagen eine kleinere Variante brauchst, mit der du trotzdem ins Tun kommst. Dann hilft es, nicht jedes Mal wieder bei null anzufangen. Dann ist eine feste Schritt-für-Schritt-Struktur hilfreich, mit der du deine Klausuren sortierst und aus dem Überblick einen konkreten Start für deine eigene Vorbereitung entwickelst.

Dafür habe ich das Workbook „Klausuren ohne Chaos“ entwickelt. Es führt dich Schritt für Schritt durch deinen persönlichen Klausurstart – kompakt, konkret und so, dass du direkt mit deinen eigenen Klausuren arbeiten kannst.

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Wenn mehrere Klausuren anstehen, brauchst du noch keinen perfekten Vier-Wochen-Plan. Du brauchst zuerst Klarheit: Was steht an? Was sitzt schon? Und womit fängst du an?

Mit „Klausuren ohne Chaos“ gehst du genau diesen ersten Schritt. In etwa 20 Minuten sortierst du deine kommenden Klausuren und legst fest, was du als Nächstes wirklich lernst.

Eine gute Klausurvorbereitung beginnt nicht damit, sofort die nächsten vier Wochen perfekt durchzuplanen. Wichtiger ist zuerst, Klarheit und einen Überblick zu schaffen. Genau dieser erste Schritt entscheidet oft darüber, ob aus „Ich müsste langsam anfangen“ tatsächlich ein Lernstart wird. Und wenn dieser Start steht, kannst du darauf aufbauen: mit einer klaren Struktur für mehrere Klausuren, einem realistischen Lernplan und einem System, das zu deinem Schulalltag passt.

Der erste Schritt ist also nicht, alles zu planen. Der erste Schritt ist, ins Tun zu kommen.

Du möchtest deine Klausurvorbereitung in der Oberstufe nicht nur planen, sondern direkt anfangen? Das digitale Workbook „Klausuren ohne Chaos“ ist für Schüler:innen der Klassen 11 und 12 gedacht, die bei mehreren Klausuren schnell den Überblick verlieren oder nicht genau wissen, womit sie beginnen sollen.

Das Workbook führt dich Schritt für Schritt durch deinen persönlichen Klausurstart: vom Überblick über die anstehenden Klausuren bis zu einem konkreten ersten Lernauftrag. Du prüfst außerdem kurz, was du bereits sicher kannst, und legst eine kleinere Variante für Tage fest, an denen wenig Zeit oder Energie da ist.

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Trainerin und Coach Antje Klees

Hallo, ich bin Antje Klees!

Expertin für Stressmanagement, mentale Gesundheit, Achtsamkeit, Kommunikation sowie erfolgreichen Lernen, Prüfungsvorbereitung und Prüfungsangst.

Meine Mission:
Ich unterstütze Lehrkräfte, Schulleitungen und Schüler:innen dabei, Stress im Schulalltag nachhaltig zu bewältigen, ihre mentale Gesundheit zu stärken und mit mehr Leichtigkeit und Klarheit zu lernen, zu lehren und zu leben. Dabei setze ich auf praxisnahe, alltagstaugliche Methoden, die direkt spürbare Entlastung bringen und langfristig wirksam sind.

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